Ein Datenträger im stationären Büro-PC bleibt jahrelang unangetastet im selben Gehäuse. Im Feldeinsatz sieht das anders aus: Geräte wechseln zwischen Schichten den Nutzer, gehen zur Reparatur, werden nach einigen Jahren ausgemustert oder weiterverkauft – und jedes Mal stellt sich die Frage, was mit den Daten auf der SSD passiert. Was eine Festplatte technisch ist und welche Bauarten es gibt, erklärt der Beitrag Was ist eine Festplatte? Aufbau, Typen, Unterschiede, eine ausführliche Gegenüberstellung von HDD, SSHD, SSD und M.2 SSD liefert Welche Festplattentypen gibt es und wie unterscheiden sie sich?. Dieser Beitrag setzt dort an, wo beide aufhören, und beschäftigt sich mit der praktischen Seite des Speichers im Feldeinsatz: wechselbare Datenträger bei Schichtübergabe und Reparatur, was Laufwerksverschlüsselung im Alltag bedeutet, wie sich Daten beim Gerätetausch sicher entfernen lassen, was Erschütterung und Temperatur mit einer SSD machen und warum der Speicherplatz bei Fotodokumentation und Aufmaß schneller knapp wird als gedacht.
Ein robuster Laptop oder ein robustes Tablet wird selten von genau einer Person über die gesamte Lebensdauer hinweg genutzt. In Werkstätten und im Mehrschichtbetrieb übernimmt oft die nächste Schicht dasselbe Gerät, in der Industrie und auf der Baustelle wandern Geräte zwischen Kolonnen, und irgendwann steht eine Reparatur, ein Garantiefall oder die Ausmusterung an. Bei jedem dieser Übergänge stellen sich zwei Fragen: Wie kommen die Daten schnell und ohne Ausfallzeit auf ein anderes Gerät oder in fremde Hände, und wie wird verhindert, dass sensible Daten dabei versehentlich mitgegeben werden? Genau diese beiden Fragen beantworten die folgenden Abschnitte – zunächst mit Blick auf wechselbaren Speicher, danach auf Verschlüsselung und sicheres Entfernen von Daten.
Mehrere Durabook-Modelle im RobustBook-Sortiment bieten die SSD als Ersatzteil mit eigenem Kanister an. Damit lässt sich die SSD austauschen, ohne das Gehäuse zu öffnen: Der Kanister wird aus dem vorgesehenen Schacht entnommen und durch einen anderen ersetzt. Dieses Zubehör ist konkret für folgende Modelle gelistet:
Für den Praxisalltag bedeutet das zweierlei. Bei der Reparatur oder wenn eine SSD im laufenden Betrieb an ihre Grenzen stößt, lässt sich der Datenträger als Ganzes tauschen, statt das komplette Gerät einzuschicken und auf ein Ersatzgerät zu warten. Bei der Schichtübergabe lässt sich mit einer eigenen, im Kanister vorbereiteten SSD der persönliche Arbeitsstand vom einen auf ein anderes Gerät des gleichen Modells übertragen, ohne dass an jedem Arbeitsplatz zwingend dasselbe physische Gerät stehen muss.
Nicht jedes Modell setzt auf dieses Kanister-Prinzip. Beim Durabook S15AB ist die SATA-SSD (256 GB bis 1 TB) laut Produktseite „leicht zugänglich“ verbaut – ein anderer, aber ebenfalls werkzeugarmer Zugang zum Datenträger. Beim Durabook S15 lässt sich stattdessen im Konfigurator eine zweite, zusätzliche PCIe-SSD bestellen (jeweils in gleicher Kapazität zur Hauptplatte, bis 1 TB + 1 TB) – das erhöht die Gesamtkapazität, ersetzt aber keinen werkzeuglosen Austausch. Beim Durabook R10 ist die Kapazität laut Vergleichstabelle fest mit 256 GB bis 2 TB angegeben, ohne separat gelistetes Kanister-Zubehör; dafür bietet dieses Modell die im nächsten Abschnitt beschriebene SSD-Rückbehalt-Option. Eine vollständige Übersicht aller Speicherkapazitäten liefert die Vergleichstabelle Laptops und die Vergleichstabelle Tablets.
OPAL ist ein Standard für das Management selbstverschlüsselnder Laufwerke; die aktuelle Version für Notebooks ist OPAL 2.0. Die Verschlüsselung läuft direkt auf der SSD, ist mit allen Betriebssystemen kompatibel und entlastet dadurch die CPU, weil die Verarbeitungslast der Verschlüsselung auf den Datenträger selbst übertragen wird. Der Mechanismus stellt zusätzlich eine zentral verwaltete Sicherheitsrichtlinie, automatische Updates sowie Passwortwiederherstellung und Benutzerverwaltung bereit. Eine ausführliche Einordnung von OPAL 2.0 im Vergleich zu weiteren Schutzmechanismen wie Kensington-Schloss, NIST-BIOS, TPM 2.0 und Fingerabdruck-Scanner liefert der Beitrag Idealer Laptop-Schutz: 5 Sicherheits-Funktionen und Schutzmechanismen im Vergleich.
Laut Vergleichstabelle ist SSD OPAL 2.0 nicht in jedem Modell verfügbar. Bei den Laptops steht die Option beim Durabook S14I und beim Durabook Z14I optional zur Verfügung; beim Durabook S15 ist sie laut Tabelle nicht verfügbar, für das Durabook S15AB ist in der Tabelle keine Angabe hinterlegt. Bei den Tablets führt die Vergleichstabelle die Option ausschließlich beim Durabook U11I als optional, bei allen anderen aufgeführten Tablet-Modellen ist sie laut Tabelle nicht verfügbar.
Für den Feldeinsatz ist vor allem relevant, dass die Verschlüsselung offline funktioniert und nicht von einer Cloud-Anbindung abhängt: Ein Gerät, das über Nacht auf der Baustelle, im Servicefahrzeug oder in der Werkstatt verbleibt, schützt seine Daten unabhängig davon, ob gerade eine Netzwerkverbindung besteht.
Neben der Verschlüsselung während des Betriebs stellt sich beim Gerätetausch eine zweite Frage: Was passiert mit dem Datenträger, wenn das Gerät zur Reparatur eingeschickt, zurückgegeben oder ausgemustert wird? Für zwei Modelle ist dafür eine eigene Option gelistet, die sich „SSD-Rückbehalt“ beziehungsweise „Keep Your SSD“ nennt und über mehrere Laufzeiten (Jahre 1 bis 3, 1 bis 4 oder 1 bis 5) gebucht werden kann:
Der praktische Effekt: Muss ein Gerät im Rahmen der Garantie oder Reparatur eingeschickt werden, verbleibt die SSD mit den darauf gespeicherten Daten im eigenen Haus, statt zusammen mit dem defekten Gerät auf den Postweg zu gehen. Bei den Modellen mit Kanister-Zubehör (Durabook S14I, Z14I, U11I) lässt sich derselbe Effekt zusätzlich manuell erreichen: Die Ersatz-SSD wird vor dem Versand entnommen und durch eine andere ersetzt, sodass das eingeschickte Gerät ohne den ursprünglichen Datenträger unterwegs ist. Eine verschlüsselte SSD OPAL-2.0-Konfiguration wirkt dabei als zusätzliche Absicherung: Selbst wenn eine SSD versehentlich mit dem Gerät mitgeht, bleibt sie ohne den passenden Schlüssel unlesbar.
Warum eine SSD gegenüber einer klassischen HDD unempfindlicher gegenüber Erschütterungen ist, erklärt ausführlich der Beitrag Was ist eine Festplatte? Aufbau, Typen, Unterschiede. Ergänzend dazu die Einordnung für den Feldeinsatz: Laut Vergleichstabelle werden die Laptops Durabook S15, Durabook S14I und Durabook Z14I sowie die Tablets Durabook R11L, R11, U11I und R8 für einen Betriebstemperaturbereich von −20 °C bis 60 °C geführt. Nach MIL-STD-810H werden diese Geräte laut Vergleichstabelle unter anderem auf Stürze, Stöße, Vibrationen, Frost/Tau, hohe und niedrige Temperaturen, Temperaturschock und Feuchtigkeit geprüft. Details zum Prüfaufbau der Falltests liefert der Beitrag Fallschutz nach MIL-STD-810: Prüfaufbau und Aussagekraft, eine Einordnung, was der Temperaturbereich −20 °C bis 60 °C konkret bedeutet, liefert der Beitrag Betriebstemperatur: was −20 °C bis 60 °C in der Praxis bedeutet. Für den Speicher bedeutet das in Kombination: Weil eine SSD keine mechanisch bewegten Teile besitzt, ist sie von den geprüften Vibrations- und Stoßbelastungen deutlich weniger betroffen als eine klassische HDD – ein Grund, warum robuste Laptops und Tablets ausschließlich mit SSD- statt mit HDD-Technik ausgestattet werden.

Bei der Wahl der Speichergröße wird der Bedarf für Fotodokumentation, Aufmaß und Baudokumentation häufig unterschätzt. Als Anhaltspunkt gilt laut Produktseite des Durabook R8: 1 Gigabyte reicht für etwa 250 Lieder oder Fotos beziehungsweise 2 Filme. Das R8 ist ab Werk mit 128 GB PCIe-SSD ausgestattet, konfigurierbar auf 256 GB, 512 GB oder 1 TB. Wer ein Gerät überwiegend für Diagnose- und Steuerungssoftware nutzt, kommt mit einer kleineren Kapazität meist gut zurecht, weil dort vor allem Programme und wenig Bild- oder Videomaterial anfallen. Anders sieht es aus, wenn auf der Baustelle dokumentiert wird: Fotos vom Baufortschritt, Aufmaß-Scans, Pläne und teils auch Videoaufnahmen sammeln sich pro Projekt schnell zu mehreren Gigabyte an, sodass sich die für Bürotätigkeiten übliche Kapazität rascher füllt, als man beim Kauf annimmt. Die Baustelle-Seite listet die Baudokumentation entsprechend als eigenen Anwendungsfall für robuste Geräte im Baueinsatz.
Für diesen Bedarf bieten sich die Modelle mit größerem Kapazitätsrahmen an: Laut Vergleichstabelle reicht die Spanne bei Durabook S14I und Durabook Z14I bis 1 TB PCIe-SSD, bei Bedarf ergänzt um eine optionale zweite SSD. Beim Durabook S15 lässt sich im Konfigurator zusätzlich eine zweite SSD in gleicher Kapazität wie die Hauptplatte hinzubuchen, sodass sich die Gesamtkapazität auf bis zu 1 TB plus 1 TB verdoppelt. Bei den Tablets reicht die Spanne beim Durabook U11I bis 1 TB PCIe-SSD im regulären Konfigurator beziehungsweise bis 2 TB als Speicheroption laut Produktseite, beim Durabook R10 laut Vergleichstabelle ebenfalls bis 2 TB. Wer unsicher ist, welche Kapazität für das eigene Dokumentationsaufkommen ausreicht, findet die vollständigen Konfigurationsoptionen auf den jeweiligen Produktseiten sowie in der Vergleichstabelle Laptops und der Vergleichstabelle Tablets.
Speicher im Feldeinsatz unterscheidet sich vom Speicher im Büro-PC in drei Punkten: Er muss sich im Ernstfall schnell tauschen lassen, er muss die auf ihm liegenden Daten auch dann schützen, wenn das Gerät den eigenen Besitz verlässt, und er muss für den tatsächlichen Dokumentationsaufwand groß genug dimensioniert sein. Ersatz-SSDs mit Kanister bei Durabook S14I, Z14I und U11I decken den ersten Punkt ab, SSD OPAL 2.0 bei S14I, Z14I und U11I sowie die SSD-Rückbehalt-Option bei R10 und U11I den zweiten, und die Kapazitätsspannen bis 1 TB beziehungsweise 2 TB je nach Modell den dritten.
Welches Modell und welche Speicherkonfiguration zum eigenen Einsatzbereich passt, lässt sich am schnellsten im direkten Gespräch klären.