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Magnesiumlegierung, Aluminium, Kunststoff: Gehäusewerkstoffe im Vergleich

Welches Gehäusematerial grundsätzlich besser geeignet ist – Aluminium-Magnesium-Legierung oder Kunststoff – beantwortet der Beitrag Aluminium-Magnesium-Legierung vs. Kunststoffgehäuse bereits ausführlich: Er vergleicht Festigkeit, Wärmeleitfähigkeit, Korrosionsbeständigkeit, Gewicht und Kosten der beiden Werkstoffgruppen. Dieser Beitrag wiederholt diesen Vergleich nicht, sondern geht der Frage nach, die dort offenbleibt: Was bedeutet die Materialangabe konkret, wenn man sie neben die tatsächlichen Prüfwerte der einzelnen Modelle legt? Dazu ziehen wir die Datenblätter und Vergleichstabellen der RobustBook-Geräte heran – mit teils überraschendem Ergebnis: Gleiches Gehäusematerial führt nicht automatisch zur gleichen Schutzklasse oder Korrosionsbeständigkeit.

Gleiches Material, unterschiedlicher Korrosionsschutz – was der Salznebeltest zeigt

Der Blogbeitrag Top 3 robuste Laptops im Vergleich hält fest, dass sowohl das Durabook S15AB als auch das Durabook S14I und das Durabook Z14I ein Gehäuse aus Aluminium-Magnesium-Legierung besitzen. Trotzdem unterscheiden sich die drei Geräte deutlich darin, wogegen sie tatsächlich geprüft und zertifiziert sind: Laut demselben Beitrag ist ausschließlich das Durabook Z14I nach MIL-STD-461G und MIL-STD-810H unter anderem gegen Salznebel (Korrosion) geprüft, während S15AB und S14I diese Prüfung laut Fazit des Artikels nicht bestehen beziehungsweise gar nicht erst durchlaufen.

Das ist ein wichtiger Unterschied zum reinen Materialvergleich: Eine Aluminium-Magnesium-Legierung ist von Natur aus korrosionsbeständiger als unbehandelter Stahl, das ist im Beitrag zum Werkstoffvergleich bereits erklärt. Ob ein konkretes Gerät aber auch Streusalz auf winterlichen Straßen, Salzwasser in Küstennähe oder salzhaltige Industrieluft unbeschadet übersteht, sagt die Materialangabe allein nicht aus. Entscheidend ist, ob der Hersteller genau diese Belastung im Rahmen der MIL-STD-810-Prüfmethoden tatsächlich getestet hat. Was ein MIL-STD-810-Salznebeltest konkret umfasst, beschreibt der Beitrag MIL-STD-810 Laptops und Tablets: Er zählt Salznebel neben Regen, Sonneneinstrahlung, Temperaturschock und Pilzbeständigkeit zu den zusätzlichen Prüfpunkten, die über die Grundprüfung hinausgehen.

Für die Praxis heißt das: Wer ein Gerät für den Streu- oder Küsteneinsatz sucht, sollte gezielt nach der Salznebel-Zertifizierung fragen – nicht nach dem Gehäusematerial. Zwei Laptops mit identischem Werkstoff können in dieser Disziplin unterschiedlich abschneiden, weil Beschichtung, Verarbeitung und Prüfumfang zusätzlich zum reinen Material eine Rolle spielen. Wer ein Gerät mit nachgewiesenem Salznebelschutz benötigt, findet mit dem Durabook Z14I aktuell das einzige RobustBook-Laptop-Modell mit dieser Zertifizierung.

Durabook Z14I – robuster Laptop mit Salznebel-Zertifizierung nach MIL-STD-810H

Werkstoff und Dichtungskonzept: Warum Anschlussabdeckungen die IP-Klasse mitbestimmen

Was die IP-Ziffern genau bedeuten, erklären die Beiträge IP57 und die weiteren IP-Schutzklassen im Detail und Die verschiedenen IP Schutzklassen ausführlich. Wichtig für den Werkstoffvergleich ist ein Punkt daraus: Ein Gerät wird für eine bestimmte Kombination aus Staub- und Wasserschutz geprüft und zertifiziert – nicht automatisch aufgrund seines Gehäusematerials. Ein Metallgehäuse allein garantiert also keine höhere IP-Klasse.

Die Vergleichstabelle Laptops zeigt das an einem konkreten Beispiel: Das Durabook S15 trägt Anschlussabdeckungen und erreicht IP5X (vollständiger Staubschutz, keine geprüfte Wasserziffer). Das Durabook S15AB besitzt laut derselben Tabelle keine Anschlussabdeckungen und bleibt ebenfalls bei IP5X. Beim Durabook S14I sind sowohl Anschlussabdeckungen vorhanden als auch eine geprüfte Wasserziffer (IP53) vergeben, beim Durabook Z14I ebenso, dort sogar IP65 – die höchste Klasse im aktuellen Laptop-Sortiment. Beide Modelle mit vergebener Wasserziffer verfügen über Anschlussabdeckungen; das Modell ohne Anschlussabdeckungen bleibt ohne Wasserziffer.

Daraus lässt sich kein einfacher Automatismus ableiten – Anschlussabdeckungen sind kein hinreichender Beweis für eine höhere IP-Klasse, wie das Beispiel S15 gegenüber S15AB zeigt. Aber die Daten legen nahe, dass eine geprüfte Wasserschutzziffer bei den aktuellen RobustBook-Laptops bislang nur in Kombination mit Anschlussabdeckungen vergeben wurde. Das Gehäusematerial schützt vor allem die geschlossene Fläche vor Kratzern, Stößen und Verformung; ob Staub oder Wasser durch eine Öffnung – USB-Port, Ladebuchse, Akkufach – eindringt, hängt von der Dichtung an genau dieser Öffnung ab, unabhängig davon, ob das Gehäuse aus Metall oder Kunststoff besteht.

Auch bei Tablets zeigt sich dieses Muster: Laut Vergleichstabelle Tablets verfügen die Durabook-Modelle R11L, R11, U11I und R8 durchgängig über Anschlussabdeckungen und erreichen jeweils IP65 oder IP66 – die höchsten Klassen im gesamten RobustBook-Sortiment laut dieser Tabelle.

Gewicht im Verhältnis zu Bildschirmgröße und Bauhöhe

Ein verbreiteter Reflex lautet: größerer Bildschirm gleich schwereres Gerät. Die eigenen Vergleichsdaten zeigen, dass diese Faustregel bei robusten Laptops nicht zuverlässig zutrifft. Laut Vergleichstabelle Laptops wiegt das Durabook S14I mit 14,0 Zoll Displaygröße 2,3 kg, während das Durabook Z14I mit identischer Displaygröße von 14,0 Zoll 3,6 kg wiegt – ein Unterschied von 1,3 kg bei exakt gleicher Bildschirmdiagonale. Der Grund liegt nicht im Display, sondern in der Schutzausstattung: Das Z14I erreicht laut derselben Tabelle einen Fallschutz bis 180 cm (gegenüber 120 cm beim S14I), die Schutzklasse IP65 (gegenüber IP53) sowie – wie oben beschrieben – eine zusätzliche Salznebel-Zertifizierung. Der Beitrag Top 3 robuste Laptops im Vergleich ergänzt dazu konkrete Bauhöhen: Das Durabook S14I ist demnach 38 mm hoch, das Durabook Z14I 50 mm – mehr Volumen für Dämpfungselemente, Dichtungen und ein stabileres Chassis.

Beim Vergleich der beiden 15,6-Zoll-Modelle zeigt sich ein anderes Bild: Laut Vergleichstabelle wiegen sowohl das Durabook S15 als auch das Durabook S15AB je 2,6 kg – trotz des größeren Displays gegenüber dem 14-Zoll-S14I also nur 0,3 kg mehr Gewicht. Nach den Angaben aus dem Beitrag Top 3 robuste Laptops im Vergleich ist die Bauhöhe des S15AB mit 30 mm sogar geringer als die des S14I (38 mm). Bildschirmgröße, Gewicht und Bauhöhe verhalten sich damit bei den aktuellen RobustBook-Laptops nicht proportional zueinander, sondern hängen stärker von der jeweiligen Schutzstufe ab.

Bei den Tablets lässt sich dieser Vergleich mit den vorhandenen Daten nicht ebenso genau führen: Die Vergleichstabelle Tablets weist das Gewicht der Modelle R11L, R11, U11I und R8 als „je nach Konfiguration" aus, ohne feste Kilogrammangabe. Für die Displaygröße liegen dagegen feste Werte vor: R11L, R11 und U11I haben je 11,6 Zoll, das Durabook R8 8 Zoll und das Durabook R10 10,1 Zoll. Wer Tablet-Gewichte konkret vergleichen möchte, sollte sich daher direkt an die für die eigene Konfiguration ausgewiesenen Werte auf den jeweiligen Produktseiten halten.

Lüfterlose Kühlung: Warum der Werkstoff bei passiver Kühlung wichtiger wird

Der Beitrag zum Werkstoffvergleich erklärt bereits, dass Aluminium-Magnesium-Legierungen Wärme besser leiten als Kunststoff. Diese Eigenschaft bekommt bei Geräten ohne Lüfter ein größeres Gewicht, weil hier kein aktiver Luftstrom zur Kühlung zur Verfügung steht – die gesamte Wärme muss passiv über das Gehäuse an die Umgebung abgegeben werden. Genau das trifft auf einen Teil des RobustBook-Tablet-Sortiments zu: Die Produktseite des Durabook R11L beschreibt das Gerät ausdrücklich mit „schlankem und lüfterlosem Design", die Produktseite des Durabook U11I spricht ebenfalls von einem „lüfterlosen Design". Auch die Produktfotos des Durabook R8 sind im Dateinamen und Alt-Text als „fanless" beziehungsweise „compact yet fanless" gekennzeichnet.

Für lüfterlose Geräte gilt deshalb: Das Gehäusematerial übernimmt einen Teil der Aufgabe, die in aktiv gekühlten Laptops ein Lüfter erledigt – es muss die im Betrieb entstehende Wärme aufnehmen und über die Gehäusefläche abgeben, ohne dass ein Ventilator den Wärmestrom unterstützt. Laut der Übersichtsseite für Outdoor-Geräte besteht das Gehäuse aller RobustBook-Outdoor-Geräte aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung – diese Angabe gilt damit sowohl für die aktiv gekühlten Laptops als auch für die lüfterlosen Tablets wie R11L und U11I. Bei einem Kunststoffgehäuse ohne Lüfter würde die schwächere Wärmeleitfähigkeit stärker ins Gewicht fallen, weil weniger Wärme aus dem Geräteinneren an die Umgebung abgegeben werden kann; bei einem Metallgehäuse mit Lüfter federt der aktive Luftstrom eine schwächere Wärmeleitfähigkeit des Gehäuses zumindest teilweise ab. Fanless-Tablets sind also der Gerätetyp, bei dem sich die Materialwahl auf die Wärmeableitung am unmittelbarsten auswirkt.

Durabook U11I – lüfterloses robustes Tablet mit passiver Kühlung

Magnesium als Rahmen statt als Vollgehäuse: eine weitere Variante

Der Werkstoffvergleich unterscheidet meist grob zwischen „Metallgehäuse" und „Kunststoffgehäuse". In der Praxis existiert dazwischen eine dritte Variante: Magnesiumlegierung als tragender Rahmen, kombiniert mit Kunststoffelementen an der Außenhaut. Der Fieldbook RC300 aus dem RobustBook-Sortiment ist laut eigener Produktseite mit einem „Rahmen aus Magnesiumlegierung" ausgestattet – hier trägt das Metall die mechanische Last, während die sichtbare Außenfläche nicht zwangsläufig vollständig aus Metall besteht. Beim Getac X500 ist es laut Produktseite umgekehrt: Dort ist explizit von einem „massiven Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung" beziehungsweise „Full Magnesium Alloy" die Rede – hier besteht die komplette Außenhülle aus der Legierung.

Dieser Unterschied ist bei der Auswahl relevant, weil ein Rahmen aus Magnesiumlegierung andere Eigenschaften mitbringt als ein durchgehendes Magnesium- oder Aluminium-Magnesium-Gehäuse: Die tragende Struktur profitiert von der hohen Steifigkeit der Legierung, während Gewicht und Wärmeleitfähigkeit der Außenhaut zusätzlich von den dort verwendeten Materialien abhängen. Wer sich ausschließlich an der Angabe „Magnesiumlegierung" orientiert, sollte deshalb prüfen, ob sich diese auf den Rahmen, auf einzelne Bauteile wie die herausnehmbare Festplatte oder auf das komplette Gehäuse bezieht.

Fazit

Der grundsätzliche Vergleich zwischen Aluminium-Magnesium-Legierung und Kunststoff – Festigkeit, Gewicht, Wärmeleitfähigkeit, Kosten – ist im Beitrag Aluminium-Magnesium-Legierung vs. Kunststoffgehäuse bereits umfassend beantwortet. Die eigenen Produktdaten zeigen darüber hinaus: Gleiches Gehäusematerial bedeutet nicht automatisch gleiche Schutzklasse oder gleiche Korrosionsbeständigkeit. Ob ein Gerät Salznebel, Untertauchen oder Strahlwasser übersteht, hängt zusätzlich von der jeweils durchlaufenen Prüfung und vom Dichtungskonzept an Öffnungen und Anschlüssen ab. Gewicht und Bauhöhe folgen bei den aktuellen RobustBook-Laptops eher der Schutzstufe als der reinen Bildschirmgröße, und bei lüfterlosen Tablets wie dem Durabook R11L oder U11I bekommt die Wärmeleitfähigkeit des Gehäuses ein zusätzliches Gewicht, weil kein aktiver Luftstrom zur Kühlung beiträgt.

Für die Auswahl eines robusten Laptops oder Tablets bedeutet das: Die Materialangabe „Aluminium-Magnesium-Legierung" ist ein guter Ausgangspunkt, ersetzt aber nicht den Blick auf die konkret vergebene IP-Klasse, den Fallschutzwert und – je nach Einsatzort – eine Salznebel-Zertifizierung. Eine vollständige Übersicht aller Werte je Modell liefert die Vergleichstabelle Laptops und die Vergleichstabelle Tablets.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Aluminium-Magnesium-Gehäuse automatisch korrosionsbeständiger als Kunststoff?

Grundsätzlich ja, die Legierung ist von Natur aus korrosionsbeständiger. Ob ein konkretes Gerät aber auch Salznebel im Sinne der MIL-STD-810-Prüfmethoden übersteht, zeigt erst die tatsächlich vergebene Zertifizierung – wie das Beispiel Durabook Z14I gegenüber S14I und S15AB zeigt, die laut eigenen Produktdaten dasselbe Gehäusematerial, aber unterschiedliche Prüfnachweise besitzen.

Bestimmt das Gehäusematerial die IP-Schutzklasse?

Nicht direkt. Die IP-Klasse wird für die Kombination aus Staub- und Wasserschutz geprüft und hängt maßgeblich von der Dichtung an Öffnungen wie Anschlüssen und Akkufach ab, nicht allein vom Material der geschlossenen Gehäusefläche.

Warum wiegen zwei Geräte mit gleicher Displaygröße unterschiedlich viel?

Weil das Gewicht stärker von der Schutzstufe – Fallschutz, IP-Klasse, zusätzliche Zertifizierungen – und der daraus resultierenden Bauhöhe abhängt als vom Display selbst, wie der Vergleich zwischen Durabook S14I und Z14I zeigt.

Warum spielt das Gehäusematerial bei lüfterlosen Tablets eine größere Rolle?

Weil ohne aktiven Luftstrom die gesamte Betriebswärme passiv über die Gehäusefläche abgegeben werden muss. Die Wärmeleitfähigkeit des Materials wirkt sich dadurch unmittelbarer auf die Kühlung aus als bei Geräten mit Lüfter.

Bei Fragen zur passenden Schutzklasse oder zum geeigneten Gehäusematerial für Ihren Einsatzbereich unterstützt Sie das RobustBook-Team gerne bei der Auswahl des richtigen Modells.