IP57 ist eine der am häufigsten gesuchten IP-Schutzklassen – und wird oft mit anderen Klassen wie IP65 oder IP53 verwechselt. Dieser Beitrag erklärt, was die Kennziffer IP57 konkret bedeutet, wie sie sich von den Schutzklassen unterscheidet, die robuste RobustBook-Geräte tatsächlich tragen, und wie die IP-Klassifizierung insgesamt aufgebaut ist. Zusätzlich wird erklärt, warum die Wahl zwischen IP53, IP57 und IP65 keine reine Rangfolge ist, sondern von der tatsächlich zu erwartenden Belastung im Einsatzbereich abhängt.
Die Abkürzung IP steht für „International Protection“ beziehungsweise im englischsprachigen Raum für „Ingress Protection“ (Schutz vor Eindringen). Die beiden Ziffern nach IP sind in den Normen DIN EN 60529 und ISO 20653 (für Straßenfahrzeuge) festgelegt und geben getrennt Auskunft über den Schutz vor Berührung/Fremdkörpern (erste Ziffer) und den Schutz vor Wasser (zweite Ziffer).
Bei IP57 bedeutet die erste Ziffer 5: Das Gerät ist geschützt vor Staub in schädigender Menge und besitzt einen vollständigen Berührungsschutz. Die zweite Ziffer 7 bedeutet: Das Gerät ist geschützt vor zeitweiligem Untertauchen in Wasser. Ein Gerät mit IP57 hält also kurzzeitiges Untertauchen aus, ist aber nicht für dauerhaftes Untertauchen ausgelegt – das wäre erst mit der höheren zweiten Ziffer 8 der Fall.
Die erste Ziffer beschreibt gleichzeitig den Berührungsschutz und den Schutz vor festen Fremdkörpern und reicht von 0 bis 6K:
Die zweite Ziffer beschreibt den Schutz vor Wasser und reicht von 0 bis 9K:
Diese Tabelle zeigt zugleich, warum IP57 nicht automatisch „besser“ als IP65 ist: Die zweite Ziffer 7 (zeitweiliges Untertauchen) und die zweite Ziffer 5 (Strahlwasser) prüfen unterschiedliche Belastungen, keine davon schließt die andere ein. Eine tabellarische Gesamtübersicht beider Ziffern finden Sie zusätzlich im Beitrag Die Verschiedenen IP Schutzklassen.
Alle vier Klassen beginnen mit der ersten Ziffer 5 – also vollständiger Berührungsschutz und Schutz vor Staub in schädigender Menge. Der Unterschied liegt jeweils in der zweiten Ziffer beziehungsweise im „X“:
Wichtig dabei: IP65 und IP57 sind nicht direkt in eine Rangfolge zu bringen, weil sie unterschiedliche Belastungsarten abdecken. IP65 schützt zuverlässig gegen Strahlwasser aus jedem Winkel, etwa bei der Reinigung mit einem Wasserschlauch. IP57 schützt dagegen vor kurzzeitigem Untertauchen, etwa wenn ein Gerät in eine Pfütze fällt – bietet aber laut Norm keinen dokumentierten Schutz vor Strahlwasser.
Für die Praxis bedeutet das: Ein Gerät mit IP65 ist nicht automatisch auch für Untertauchen geeignet, nur weil die erste Ziffer identisch mit der von IP57 ist. Und umgekehrt ist ein Gerät mit IP57 nicht zwangsläufig auch gegen Strahlwasser aus jedem Winkel geschützt. Wer beide Belastungsarten abdecken möchte, benötigt ein Gerät, das für beide Prüfungen zertifiziert ist – üblicherweise ausgedrückt durch zwei Klassifizierungen, etwa „IP65/IP67“.
Unsere aktuellen Durabook-Laptops tragen die Schutzklassen IP5X, IP53 oder IP65 – IP57 ist bei keinem der aktuellen Modelle die vergebene Klasse. Konkret:

Eine vollständige Übersicht aller Schutzklassen je Modell liefert die Vergleichstabelle Laptops und die Vergleichstabelle Tablets. Wer sich für eines dieser Modelle interessiert, findet auf den jeweiligen Produktseiten neben der Schutzklasse auch die weiteren technischen Daten wie Prozessor, Arbeitsspeicher und Datenspeicher im Überblick.
IP65 deckt mit dem Schutz vor Strahlwasser aus beliebigem Winkel ein Szenario ab, das im Feldeinsatz – etwa bei Regen, beim Abspritzen verschmutzter Geräte oder auf der Baustelle – deutlich häufiger vorkommt als kurzzeitiges vollständiges Untertauchen. IP53 wiederum genügt für Innenräume und leichten Sprühwasserkontakt, etwa in der Werkstatt. Die Wahl der Schutzklasse richtet sich also nach dem tatsächlichen Einsatzszenario des jeweiligen Modells, nicht nach einer allgemeinen Rangfolge der Ziffern.
Begriffe wie „wasserdicht“ oder „wetterfest“ sind Werbebezeichnungen ohne festgelegte Bedeutung. Sie sagen nichts darüber aus, ob ein Gerät einen kurzen Regenschauer, dauerhaften Sprühregen, einen Wasserstrahl oder tatsächliches Untertauchen übersteht. Genau deshalb existiert die IP-Klassifizierung: Jede der beiden Ziffern steht für eine exakt definierte, in DIN EN 60529 beziehungsweise ISO 20653 geprüfte Belastungsart. Wer ein Gerät für einen bestimmten Einsatzzweck auswählt, sollte deshalb nicht nach vagen Werbeaussagen, sondern nach der konkreten IP-Kennziffer entscheiden.
Ein Gerät wird für eine bestimmte Kombination aus erster und zweiter Ziffer geprüft und zertifiziert, nicht für mehrere Kombinationen gleichzeitig. Ein Gerät mit der Klassifizierung IP65 ist damit nicht automatisch auch gegen zeitweiliges Untertauchen (Ziffer 7) geprüft, selbst wenn es in der Praxis unter Umständen auch das übersteht. Ohne eine entsprechende Prüfung und Zertifizierung lässt sich das jedoch nicht belegen. Wer sicherstellen möchte, dass ein Gerät für eine bestimmte Belastung ausgelegt ist, sollte sich an der offiziell vergebenen Schutzklasse orientieren – nicht an einer Vermutung, was das Gerät zusätzlich aushalten könnte.
Bei der Auswahl eines robusten Laptops oder Tablets lohnt sich der Abgleich der IP-Schutzklasse mit dem tatsächlichen Einsatzort: Wird das Gerät überwiegend in Innenräumen mit gelegentlichem Sprühwasserkontakt eingesetzt, kann eine Klasse wie IP53 ausreichen. Ist das Gerät dagegen im Freien im Einsatz und muss Regen oder dem Abspritzen mit einem Wasserschlauch standhalten, ist eine Klasse wie IP65 die passendere Wahl. Für Szenarien mit Untertauchrisiko – etwa in feuchten Kellern, an Gewässern oder bei starkem Niederschlag mit Pfützenbildung – wäre eine Klasse mit der zweiten Ziffer 7 oder 8 relevant, auch wenn diese aktuell in keinem RobustBook-Modell vergeben ist.
Weder noch – die beiden Klassen schützen vor unterschiedlichen Belastungen. IP57 schützt vor zeitweiligem Untertauchen, IP65 vor Strahlwasser aus beliebigem Winkel. Welche Klasse „passender“ ist, hängt vom jeweiligen Einsatzszenario ab: Für den Außeneinsatz bei Regen oder Reinigung mit dem Wasserschlauch ist IP65 relevanter, für Situationen mit Untertauchrisiko wäre eine Klasse mit der zweiten Ziffer 7 oder höher entscheidend.
Nein, die aktuellen Durabook-Laptops und -Tablets im RobustBook-Sortiment tragen die Schutzklassen IP5X, IP53 oder IP65, siehe Vergleichstabelle Laptops.
Das X ist ein Platzhalter für eine nicht geprüfte oder nicht angegebene Ziffer – bei IP5X betrifft das die zweite Ziffer, also den Wasserschutz.
Beide Normen legen die IP-Kennziffern und deren Prüfkriterien fest. DIN EN 60529 ist die allgemeine internationale Norm für elektrische Betriebsmittel, ISO 20653 ist die speziell auf Straßenfahrzeuge zugeschnittene Fassung. Für Laptops und Tablets im gewerblichen Einsatz ist in der Regel DIN EN 60529 die maßgebliche Referenz.
Die IP-Klassifizierung bezieht sich auf den Neuzustand des geprüften Geräts. Dichtungen, Anschlussklappen und Gehäuseteile unterliegen mechanischem Verschleiß; ob und wie stark sich das auf die tatsächliche Schutzwirkung über die Nutzungsdauer auswirkt, ist im Einzelfall vom Zustand des jeweiligen Geräts abhängig und nicht pauschal zu beziffern.
IP57 bedeutet zusammengefasst: vollständiger Staubschutz (erste Ziffer 5) kombiniert mit dem Schutz vor zeitweiligem Untertauchen in Wasser (zweite Ziffer 7). Das unterscheidet die Klasse deutlich von IP65, das stattdessen Strahlwasser aus beliebigem Winkel abdeckt, und von IP53, das nur vor Sprühwasser schützt. Welche Klasse für den eigenen Einsatzbereich passt, hängt von der tatsächlich zu erwartenden Belastung ab – nicht davon, welche Ziffer auf dem Papier höher wirkt. Die aktuellen RobustBook-Laptops und -Tablets tragen die Klassen IP5X, IP53 und IP65; eine Übersicht mit allen technischen Daten liefert die Vergleichstabelle Laptops.
Bei Fragen zur passenden Schutzklasse für Ihren konkreten Einsatzbereich unterstützt Sie das RobustBook-Team gerne bei der Auswahl des geeigneten Modells.